Erst 20 % Minus, dann zugreifen: Heiko Thiemes Rezept gegen Börsenpanik
"Ich habe keinerlei Ahnung, wo die Börse hingeht", sagt Heiko Thieme nach 55 Jahren Markterfahrung. Gerade deshalb kauft er antizyklisch: Erst wenn eine solide Aktie mindestens 20 % gefallen ist, steigt er in bis zu drei Tranchen ein. Bei Kursgewinnen von 25 % und 35 % nimmt er teilweise Gewinne mit, den Rest lässt er mit einem Stopp abgesichert weiterlaufen. Sein DAX-Ziel von 27.500 Punkten bis Ende 2026 hält er trotz geopolitischer Risiken für erreichbar. Einen großen Crash erwartet er in diesem Jahrzehnt nicht mehr, Rücksetzer von 20 % seien aber jederzeit möglich. Bei Einzelwerten wird Thieme konkret: BYD traut er binnen ein bis zwei Jahren eine Verdopplung zu. SAP sieht er als Profiteur der KI-Revolution, Rheinmetall nach dem Kursrutsch als Kaufchance. Bei Nvidia ist er für Späteinsteiger zurückhaltender. Sein Depot-Rezept: maximal 30 Positionen, 50 % in regionalen ETFs und höchstens 5 % Gold. Im Gespräch mit Edda Vogt von der Deutschen Börse plädiert Thieme für mehr Geduld statt Börsenpanik: Nicht jeder Kurssturz ist ein Grund zum Aussteigen. Entscheidend seien Geschäftsmodell, glaubwürdiges Management und konsequentes Risikomanagement.
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